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Freitag, 6. Januar 2012

BEGRABEN UNTER GÄNSEBLÜMCHEN

Begraben unter Gänseblümchen. Seichter Titel, unter dem man sich erstmal nicht viel vorstellen kann. Aber "Don't judge a book by its cover"! Oder Titel in dem Fall. Die Gänseblümchen kennen wir alle in einem Zusammenhang. "Er liebt mich, er liebt mich nicht,..." Und genau darum geht es. Nur, dass das letzte Blütenblatt immer zeigt: "Er liebt mich nicht." Verschiedene kleine Geschichten beschreiben das Liebesleben der unterschiedlichen Charaktere. Die Autorin Mirjam Dreer schreibt in einem (wie ich finde) wunderbaren Stil. Man fühlt mit, man kann es nachvollziehen. Ich lege euch dieses Buch wärmstens ans Herz. Lest es, denn es liest sich leicht. Perfekt für U-bahnfahrten.



Einen kleinen Ausschnitt soll es auch für euch geben.  
Wir waren ausgelassen, im Auto, vorhin noch, haben uns gefreut auf den Abend. Die Musik war gut. Die Zigaretten schmeckten mal wieder. Viel zu gut, wie so oft in letzter Zeit. Ein absolutes Erfolgserlebnis, mit rot gefrorenen Fingern zu drehen und dann zu fluchen, weil der Klebestreifen doch mal wieder an der falschen Seite ist. Tanzen. Fühlen, wie der Körper langsam wieder warm wird. Und dann - ein Blick in diese Augen und diese Geste, wie er sich seine Haare unter das Kopftuch klemmt.  Wie praktisch, dem muss beim Kotzen keiner die Haare aus dem Gesicht halten. Woher kommt dieser Gedanke? Und...wo bleibt mein Baum? Und dann Silvester. Amsterdam. Nachts hin, einen Tag in der Stadt verbringen, ins neue Jahr feiern, dann zurück. Meine ständigen Begleiter sind mit von der Partie und er auch. Ich kann nicht anders, ich muss ihnen hinterherlaufen. Ich kann nicht neben ihnen gehen. Es geht einfach nicht. Noch ein Blick in dieses Gesicht...ich möchte mich am liebsten in der Amstel ertränken. Ich möchte am liebsten für immer schweigen. Ich bringe eh kein halbwegs vernünftiges Wort zustande. Vielleicht liegt es auch an der Kälte.

oder (aus meiner persönlichen Lieblingsgeschichte)

Angenehme Stille umgibt mich. Ein kühler Wind bläst und fährt dem Mann ohne Arsch durch die Haare. Gerade will ich ihn nach Feuer fragen, da dreht er sich um. Das hätte er nicht tun sollen. Vor Schreck mache ich einen Schritt rückwärts und stoße mir den Kopf an der Balkontür. Der Mann, der vor mir steht, ist weder attraktiv, noch sieht er sonderlich gut aus, noch ist er irgendwie süß. Er ist geradezu vollkommen. Noch nie in meinem Leben habe ich etwas Schöneres gesehen. Er sieht mir direkt in die Augen, geradezu fordernd. Mein ganzer Körper schreit danach, meine Hände auszustrecken, um sein Gesicht zu berühren, um mich zu vergewissern, dass er auch keine Einbildung ist. Dann lächelt er mich an, mir wird heiß und kalt und dann wieder heiß, mein Herz droht, mir aus der Brust zu springen, ich fange an zu zittern, ich bin einer Panikattacke nahe und danach gleich einer Ohnmacht und in diesem Moment fange ich an, an die Liebe auf den ersten Blick zu glauben, da öffnet er seinen vollkommenen Mund, und seine Worte klingen wie Musik in meinen Ohren, als er sagt: "Coole Hose". 

Wie letztes Mal versprochen, gibts also keine typische Buchrezension, sondern dieses Mal mehr Input. Ich beschreibe das Buch mit folgenden Schlagworten. Liebe, Romantik, Enttäuschung, Schmerz, Leid, Hoffnung, Hoffnungslosigkeit, Mitgefühl, Verzweiflung, Abart, Trauer.

Würdet ihr das Buch lesen?

1 Kommentar:

  1. JAA! ich werde mir es gleich am Montag hohlen(: Danke für die Empfehlung :*

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Sahnehäubchen sind natürlich immer gerne gesehen :)