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Donnerstag, 21. Mai 2015

Pardon, aber ...

Entschuldigung_2
Wir haben den Punkt erreicht, an dem ich fragen muss: "Entschuldigung, aber für wie blöd haltet ihr mich?" Heute wird es in der Reihe Was mich stört eventuell etwas böse, aber ich kann es nun mal nicht leiden, wenn man mich für dumm verkaufen will. Als Verfechterin der klaren deutlichen Worte, muss ich mich heute aufregen. Für mich und alle anderen, denen es gerade ähnlich ergeht. 

Wenn ich eines in meinen einundzwanzig Lebensjahren gelernt habe, dann, dass sich die großen Ereignisse niemals gleichmäßig im Leben verteilen, sondern wellenartig über uns hereinbrechen. Es gibt die Höhen und die Tiefen. Die Momente, in denen alle Sorgen klein erscheinen und die Momente, in denen plötzlich alles zu viel wird. Wir befinden uns hier gerade in ... ja, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht so genau.
Zur Zeit möchte eigentlich nur ganz laut schreien, weil mein Kopf vor lauter Scheiße so sehr weh tut. Ich habe das Gefühl, ich bin Zuschauer einer schäbigen Nachmittagssoap im Spartenprogramm. Und ich hasse schäbige Nachmittagssoaps. Besonders, weil sie vor schwachsinnigen zwischenmenschlichen Konstrukten und Konversationen nur so strotzen. Hört auf, so seltsam zu reden und so dumme Dinge zu tun! Doch schon sind wir beim Punkt - Here we go.
Ihr verhaltet euch wie Soapcharakter. Ihr unterhaltet euch stets so bedeutungsschwanger und voller Andeutungen, dass ich nur noch schweigend und mit verschränkten Armen in der Runde sitzen kann, um diese lächerliche Situation in ihrer perfekten Dramaturgie nicht zu zerstören. Zudem habt ihr so offensichtlich geheime Geheimnisse, dass auf eurer Stirn steht "habe da was, was ich dir keinesfalls erzählen kann, weil es so krass geheim ist" und wenn ich es wage, meine Rolle zu durchbrechen und nachzufragen, "ist doch alles gut" und ich drehe mich wieder um mich selbst. Ich sehe also dabei zu, wie ihr euch gegenseitig zerfleischt und darf dann trösten?
Entschuldigt, aber nein, ab hier ist dann einfach bei mir nicht mehr "alles gut". Ihr glaubt doch nicht wirklich, dass das alles ungeachtet an mir vorbeizieht und ich nichts von diesem Drama merke? Es tut mir in diesem Fall leid, aber NEIN, ich möchte nicht die Überbleibsel eurer Konflikte beseitigen und ich möchte auch niemandes Probleme beheben, wenn ich doch offiziell gar nichts darüber weiß, weil ihr mit mir darüber nicht sprecht.
Ihr setzt mir also täglich eine Suppe vor, die ich nicht bestellt habe und die ich auch gar nicht auslöffeln möchte. Was bleibt da als Konsequenz? Sie zurückgehen lassen? Das würde dann bedeuten, ich klinke mich aus und dann was? Ich weigere mich jedenfalls, noch länger von euch als diejenige Zuschauerin an den Rand gesetzt zu werden, die danach das aufräumt, was von eurem Schauspiel liegen geblieben ist. "Sagt es ihr nicht, wir müssen sie damit nicht belasten", ist wunderbarst großer Schwachsinn, wenn ich unmittelbar mittendrin bin und ihr dennoch Verständnis erwartet. Ihr macht es damit nur schlimmer.


[Wenn jemand einen ganz lauten Schrei hören sollte - das war dann ich. Zunächst lese ich euch diesen Post aber erst mal vor. Und zwar hier (klick)]
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Kommentare:

  1. Dafür, dass Du schreien möchtest bleibst Du aber ganz schön ruhig. Respekt!
    Das von Dir beschriebene Szenario können wohl Viele nachvollziehen.

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  2. Bianca, du hast eine sooooo angenehme Stimme, ich könnte dir ewig zuhören.

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Sahnehäubchen sind natürlich immer gerne gesehen :)