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Montag, 24. August 2015

Von der Feier zu den Fotos.

Hinter den Hochzeiten
Heute möchte ich euch erzählen, was ich mache, wenn ich sage: "Ich hab am Samstag eine Hochzeit." Auf Snapchat habe ich euch gezeigt, wie das aussieht, wenn ich im Nachhinein an den Hochzeitsotos arbeite, auf Instagram habt ihr dann schon das ein oder andere fertige Bild zu Gesicht bekommen. Aber wie sieht das aus, wenn ich vor Ort bin? 
Da es sich etwas schwieriger gestaltet, mich selbst während des Fotografierens zu fotografieren (nur mit Zauberei möglich!) möchte ich die Chance nutzen und euch zeigen, wie das aussieht, wenn ich einen Hochzeitsfotografen auf seinen Terminen begleite.

Hä, wie, du begleitest einen Hochzeitsfotografen auf seinen Terminen?
Ja, doch, genau so ist das. Im Mai 2014 beschloss ich, getragen von einer kreativen Welle, in den Beruf des Fotografen hineinschnuppern zu wollen. Zu diesem Zeitpunkt fragte ich mich schon länger: Wie sieht das aus, wenn man sein Hobby zum Beruf macht? Also begann ich das Internet zu durchforsten. Ich wollte nur die örtlichen Fotografen anfragen, deren Bilder und deren Stil mir auch wirklich gefielen. So entschied ich mich am Ende für zwei Fotografen, packte ein paar meiner Fotos in den Mailanhang und schrieb ihnen. Keiner war darauf eingestellt, eine Praktikantin zu "betreuen", doch Christian Horn aka Lucky wollte mich zumindest mal persönlich kennenlernen. Nach einem Treffen in seinem Büro war eigentlich alles klar: wenn er Hilfe brauchen kann und ich Zeit habe - bin ich dabei. Nach einigen Anläufen klappt es mittlerweile schon ziemlich gut. Ich weiß, wo ich anpacken muss und auf was ich achten muss. Auf all den Terminen mit Lucky habe ich viel gelernt. Falls du das liest, Lucky, hier also schon mal: danke!

Ein Arbeitstag im Leben eines Hochzeitsfotografen.
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Der Tag beginnt je nach Auftragsumfang entweder schon morgens, wenn die Braut geschminkt wird und ins Kleid schlüpft oder dann zum Termin des Standesamtes oder der kirchlichen Trauung. Aber egal wann es losgeht, es heißt immer: rechtzeitig vor Ort sein, begrüßen, Equipment auspacken und sich orientieren. Ist genug Platz, wo stehe ich nicht im Weg und passt das Licht? Sobald es in der Kirche losgeht, sind Konzentration und Aufmerksamkeit gefragt. Diese wichtigen Momente darf man als Fotograf einfach nicht verpassen.

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Ich bin Freund von echten Emotionen. Das wird mit einer der Gründe sein, weshalb ich Hochzeiten so gerne habe. Wenn man es clever anstellt und als Fotograf in den Hintergrund tritt, vergessen die Gäste schnell, dass da jemand mit dem Finger auf dem Auslöser steht, bewegen sich unbefangen und zeigen ungeniert Gefühle. Deshalb versprüht jedes Foto diesen gewissen Charme, den ich so gerne mag. Außerdem stehe ich total auf Schnappschüsse und Sonnenlicht. Nach der Kirche geht es meist an die frische Luft und dann kann ich mich richtig austoben.

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Oh, und wisst ihr, was ich auch ganz toll finde? Die Brautautos! Je älter, desto besser - meiner Meinung nach. Ich freue mich immer wie ein kleines Kind, wenn wieder ein Oldtimer mit im Spiel ist. Am liebsten würde ich die mit nach Hause nehmen, aber ich befürchte, das fällt auf ... also beschränke ich mich aufs Ablichten der Gefährte. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich auf der letzten Hochzeit mit im Brautauto zu den Shootinglocations fahren durfte. Vielleicht eines meiner diesjährigen Highlights :)

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Zwischendrin muss man immer mal wieder checken, was noch so auf dem Zeitplan steht. Was kommt nach dem Sektempfang? Wann sind die Gruppenfotos dran und liegen wir noch im Zeitplan? Damit das auch wirklich klappt, muss man immer mitdenken. Mit dem Brautpaar hat man das zwar alles vorher abgesprochen und geplant, aber am Hochzeitstag selbst ist das Paar mit den Gedanken natürlich woanders. Deshalb, wenn nötig, freundlich daran erinnern, dass noch ein paar Punkte anstehen. Gruppenfotos sind ein obligatorischer Programmpunkt, der wirklich nicht fehlen darf und der meist auch viel Zeit beansprucht, weil alle möglichen Gästekombinationen festgehalten werden sollen. Aber: ich würde es selbst nicht anders machen. Also halb so wild. Der etwas ruhigere und kreativere Part beginnt mit dem Fotografieren der Eheringe. Man leiht sich die Ringe kurz aus, zieht sich aus dem Trubel zurück und überlegt: wie setzt man die Schmuckstücke gut in Szene? Dabei erzielen schon schlichte Ideen einen richtig guten Look, siehe das Herbstlaub weiter unten.

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Eventuell folgt noch der eine oder andere Assistenz-Job mit Lucky, aber meine eigene kleine Hochzeitssaison ist hiermit schon abgeschlossen. Ich bedanke mich bei den Brautpaaren, die sich an mich gewandt haben und mich dabei haben wollten - es war mir eine große Freude!

Und das kommt raus, wenn ich nicht nur begleite, sondern ganz die Fotografin bin.
DSC09343Brautpaar-1Brautpaar-2Kommentieren

Kommentare:

  1. Wie soll ich dich auf meiner eigenen Hochzeit sowohl als Gast haben als auch als Fotografin buchen? #zukunftsmusik #unmöglich

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  2. So schöne Bilder !
    Ich durfte auch einmal live mit erleben, wie so eine Profi Hochzeit abläuft und ich konnte so viel für mich mitgewinnen. Die gehen da ja doch noch mal lockerer und ganz anders an die ganze Sache heran.
    momenteinblicke.blogspot.de

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Sahnehäubchen sind natürlich immer gerne gesehen :)