blog    |   fotografien    |  socialize    |   über mich    |   kontakt

Sonntag, 25. Oktober 2015

HOW TO! #2

Wiemansichselbstorganisiert
Für mich ist dieser eigentlich recht simple Blogbeitrag heute eine besondere Herausforderung. Denn ich wurde gebeten, etwas zu erklären, was für mich bereits selbstverständlich ist. Auf Snapchat sprach ich von der Suche nach dem perfekten Kalender und, dass ich eines richtig gut kann: Mich selbst organisieren. "Ja! Mach doch einen Post darüber", hieß es. Heute will ich es versuchen.

Wieso ich mir herausnehme zu behaupten, ich könne mich gut selbst organisieren und könne euch Tipps dazu geben?

Schon oft wurde ich gefragt: "Wie schaffst du all das, was du tust?" All das bedeutet in meinem Fall: Uni, Bachelorarbeit, Online-Chefredakteurin der Unizeitung, Chefredakteurin der nächsten Ausgabe der Unizeitung, eine ehrenamtliche Tätigkeit im Jugendförderbereich, mein Blog, die Fototermine und bis zu diesem Sommer auch immer ein Werkstudentenjob. Und all die schöne Zeit mit all den tollen Menschen um mich herum darf ich natürlich auch nicht vergessen.
All das geht, denn ich habe eins für mich erkannt ...


Mein Kalender ist mein Gehirn.

Zu allererst möchte ich eines zugeben - ich bin super altmodisch. Ich besitze und nutze zuhause ein funktionierendes Festnetztelefon, ich kaufe noch CDs, schreibe Postkarten und habe seit 12 Jahren eine Brieffreundin (der nächste Brief ist längst überfällig, ich weiß!). Ich gehöre also zu der Generation 22-Jähriger, die irgendwo in den 90ern hängengeblieben ist. Das ist wohl auch der Grund, warum ich mir jedes Jahr einen neuen Kalender kaufe. Einen aus Papier. Mit echten Seiten zum Umblättern. Und ohne den geht gar nichts.

_DSC02379_870


Damit aus einem Kalender mein Gehirn(-Backup) werden kann, gibt es ein paar Regeln 
(ich bin da etwas speziell, ich weiß, aber ihr habt gefragt!). 
Deshalb aufgepasst für alle, die mit einem Kalender bisher nichts anfangen konnten.


1. Immer was Neues!

Gegen Ende jedes Jahres stehe ich vor dem gleichen Problem: der Kalender fürs neue Jahr muss perfekt sein und es darf nicht der sein, den ich schon mal hatte. Jedes Jahr brauche ich einen Neustart für Gedanken. Und ja, es muss auch optisch für mich jedes Mal etwas Neues sein. Das motiviert ungemein, den Kalender auch zu nutzen. 2015 verliebte ich mich in das Daily Journal von frankie magazine, leider ist die Ausgabe für 2016 zitronengelb - und daher für mich raus. Zumindest äußerlich muss der Kalender für mich clean und zurückhaltend sein.
Neuer Look

2. Die perfekte Aufteilung!

Wenn ich meinen Kalender aufschlage, möchte ich auf einen Blick wissen, was mich in der Woche erwartet. Deshalb ist für mich mit das wichtigste Kriterium: die perfekte Aufteilung. Dabei lautet die Regel: eine Woche - zwei Seiten. Beim Daily Journal reichten mir dieses Jahr die drei Zeilen pro Tag nicht. Ich hab's gern chronologisch. Das war ohne Zeiteinteilung manchmal etwas wirr. Deshalb fiel meine Entscheidung nun auf das wunderschöne (aber nicht ganz geldbeutelfreundliche) Moleskine.
_DSC02452_870

3. Jeden Pups aufschreiben!

Nun habe ich also den perfekten Kalender zuhause auf dem Schreibtisch liegen. Doch es gibt noch ein paar Punkte, die ich beherzigen muss, sonst bringt mir meine Investition gar nichts. Jeder noch so kleine Termin muss eingetragen werden. Aus dem Fehler "ach, das merke ich mir, das brauche ich nicht aufschreiben" habe ich recht schnell gelernt. Jede Kleinigkeit steht in meinem Kalender, manchmal trage ich auch Dinge ein, die schon längst geschehen sind. Einfach, damit er vollständig ist. Durch das Aufschreiben bleiben mir Termine automatisch auch besser im Gedächtnis. Das ist auch einer der Gründe, weshalb ich keinen Smartphonekalender führe. (Ich vergesse alles, was ich da reinschreibe, ich hasse Benachrichtigungen und mein Handy geht manchmal bei 38 Prozent Akku schon aus - blöd, wenn man da einen Termin nachschauen müsste). Da mein Kalender eine Größe von DIN A5 vorweist, kann er auch dauerhaft in meiner Handtasche sein und nervt nicht. Mein Gehirn habe ich also immer dabei.
alleseintragen

4. Okay, und das war schon das Geheimnis?

Nicht ganz. 
Trotz vollständig geführtem Kalender kann man schlecht organisiert sein. Ich sage mal: ein Gehirn in der Handtasche leistet nur 60 Prozent zur perfekt geplanten Woche. Denn wichtig ist auch, die eigene Leistungsfähigkeit richtig einzuschätzen, Pausen einzuplanen, tote Zeit richtig zu nutzen und Prioritäten zu setzen. Fragt euch:


Wie viel kann ich an einem Tag schaffen, 

damit ich tagsüber trotzdem (ohne schlechtes Gewissen) eine Netflix-Pause machen kann?




Wie schnell kann ich einzelne Aufgaben erledigen? 

Kann ich eventuell sogar Dinge von meiner To-Do-Liste kombinieren, damit ich schneller bin?




Gibt es in meinem Tagesablauf tote Zeit, die ich besser nutzen könnte?

Beispiel: Ich verbringe wöchentlich mindestens 2 Stunden im Zug. Dort kann ich wirklich gut lesen und lernen. Bücher für die Bachelorarbeit, für die ich zuhause eine Aufmerksamkeitsspanne von ca. 8 Sekunden aufbringen kann, lesen sich im Zug viel leichter.


Ist dieser Punkt auf meiner Liste wirklich so wichtig oder kann ich ihn verschieben?

Manchmal kommen Dinge dazwischen, die viel höhere Priorität haben als andere, weil sie dringender oder wichtiger sind. Dann muss man sich bewusst sein, was man tauschen kann. Es geht nicht alles auf einmal.



Sind alle Ereignisse, die ich vorausplanen kann, schon fest ausgemacht?

Ich bin ein Freund von fixen Terminen und somit immer die Person, die bei Verabredungen als erstes nach einem Datum fragt. Denn mit festen Terminen lässt sich leichter planen.



Habe ich diese Woche etwas im Kalender stehen, worauf ich mich freue?

Ganz wichtig ist mindestens ein Highlight in eurer Woche! Sei es Kino mit Freunden oder einfach nur der neue Tatort sonntagabends. Jede noch so kleine Freude macht sich bunt verziert im Kalender am besten und schafft euch gute Laune, wenn mal wieder viel zu tun ist.

_DSC02386_870
Was nach anstrengendem Durchplanen der Woche klingt, ist der Schlüssel zum Entspannten "Alles-unter-einen-Hut-bekommen". Ich bin wirklich selten gestresst, denn ich weiß ganz genau, wann ich was tun muss und wann ich entspannt einfach nur rumliegen kann. Ich wette, mein Mitbewohner denkt zum Beispiel, dass ich schon wieder in meinem Zimmer sitze und Serie gucke. Stattdessen mache ich Fotos, schreibe Blogposts, lerne und lese für die Uni, arbeite für die Unizeitung und schreibe Bewerbungen für meine Zukunft. 
Es ist nur eine Frage des Planens, damit alles funktioniert. Und auch wenn mein Leben jetzt nach "Arbeit, Arbeit, Arbeit" klingt, habe ich tatsächlich immer noch massig Zeit, um tagsüber stundenlang Netflix zu gucken und abends mit Freunden um die Häuser zu ziehen. Es ist das gesunde Mittelmaß und die richtige Selbsteinschätzung, die helfen, euch einen angenehmen Alltag zu schaffen.

Kommentare:

  1. Toller und hilfreicher Post! Ich habe auch immer einen Kalender aus Papier dabei, ohne geht schon mal gar nicht und To-Do-Listen schreibe ich mir quasi jeden Tag aufs Neue. Du bekommst da ja aber wirklich viel unter einen Hut - sehr bewundernswert!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das stimmt, aber ich bin schon sehr früh daran gewöhnt worden, meinen Tagesablauf gut zu strukturieren, damit alles klappt. Und To-Do-Listen liebe ich! Deshalb habe ich ein kleines To-Do-Notizbuch. Das gibt einem immer ein gutes Gefühl, wenn man was geschafft hat :)

      Löschen
  2. Ist ein ziemlich guter Post geworden ;)
    Das mit dem Kalender kenne ich - bin nämlich auch kein Handy-Kalender-Liebhaber!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke dir :) Papierkalender sind einfach das Beste. Ich weiß gar nicht, wie Leute ganz ohne Kalender klarkommen!

      Löschen
  3. Dennoch sehr bewundernswert, wie du alles schaffst und was du alles schaffst! Ohne Papierkalender geht bei mir auch gar nichts - das kann und will ich nicht. Ich bewahre meine Kalender auf und brauche die auch einfach, weil sie schön sind! Außerdem fällt mir die Arbeit leichter, wenn ich es gleichzeitig auch noch schön irgendwo aufschreiben kann :D Deswegen muss mein Kalender auch immer perfekt ordentlich sein...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Witzig - bei mir ist es genau so! Meine alten Kalender bewahre ich tatsächlich auch noch auf und wenn mein Kalender (oder andere wichtige Unterlagen) nicht perfekt ordentlich sind, macht mich das ganz fuchsig. Deshalb ist mein Kalender zwar oft sehr voll, aber nie unordentlich :)

      Löschen

Sahnehäubchen sind natürlich immer gerne gesehen :)