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Mittwoch, 15. Juni 2016

Mitte der Woche. Weg mit dem Scheiss!

"Eigentlich wollte ich mich nach dem anstrengenden Wochenende hinlegen, aber dann hat es mich gepackt und ich habe einfach alle Fotos von der Wand gerissen." Ich sehe ihren entsetzten Blick auf dem Bildschirm meines Laptops. "Alle Fotos?! Wieso das denn?"- "Ich habe wohl mehr Struktur gebraucht. Die Fotos hingen minimal schief, es war zu viel und zu unruhig. Ich brauche eine klare Linie, wenn ich mal zuhause bin. Kein Schnickschnack. Nur das Essentielle."
In die Wohnung zurückzukommen bedeutet zunächst immer erst mal: Ruhe. Jogginghose anziehen. Koffer auspacken. Wäsche waschen. In den Kühlschrank blicken. Nichts finden, überlegen ob ich einkaufen gehen soll, Idee verwerfen, weil ich in einem Tag eh wieder weg bin. Und frische Sachen schimmeln so schnell. Die letzten Tomaten habe ich unangerührt wegschmeißen müssen, weil ich gar nicht da war, um sie essen zu können. Aber erzählt das bitte keinem. Lebensmittelverschwendung ist nämlich ziemlich bekackt.
Ich beschränke mich neuerdings auf das Wesentliche. Als ich das letzte Mal vom Wochenenddreh nach Hause kam, waren es also die Fotos, die dran glauben mussten. Ich liebe jedes einzelne dieser Bilder und verbinde mit jedem etwas Eigenes, doch in ihrer Gesamtheit haben sie mich regelrecht angeschrien - und meine Ruhe ist mir wichtig. Ergo: Fotos abgerissen, neu sortiert, zugeschnitten, gerahmt, Nägel in die Wand gehauen, aufgehängt, zack feddich.

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Die innerliche Ruhe, die nach dieser Aktion bei mir eingekehrt ist, versteht vermutlich nicht jeder. Aber das ist bei mir wie mit dem gemachten Bett. Ein frisch gemachtes Bett strahlt so unglaublich viel Ruhe in einem Raum aus ... ach egal. Ich klinge wie eine alte verrückte Katzenfrau, nur dass meine gar Katze nicht hier ist. Wie sagt man auch? Schrullig! 
Auf jeden Fall habe ich gemerkt, dass ich nicht mehr so viel haben will, nicht mehr so viel brauche. Was ich damit sagen will: ich bin genügsamer geworden. Ich konzentriere mich auf die wichtigsten Dinge. Freunde, Familie, Struktur und Ruhe. Und bei der nächsten Gelegenheit muss ich mich auch unbedingt wieder einem widmen: der Fotografie. Ich hätte nicht gedacht, dass sie mir so fehlen wird, wie sie es im Moment tut. Auch das Bloggen fehlt mir, denn beides geht hier Hand in Hand. Bitte verzeiht mir, wenn ihr meine Mittwochsposts zur Zeit belanglos findet, aber mehr habe ich nicht zu teilen. Ohne Fotos fällt mir alles etwas schwerer.

1 Kommentar:

Sahnehäubchen sind natürlich immer gerne gesehen :)