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Sonntag, 15. Juli 2018

Find (d)ich halt doof.


Warum es okay ist, Dinge und Leute doof zu finden.

Ich finde vieles auf dieser Welt doof. Wer sich jetzt an das Sheepworld-Kissen erinnert (Erinnerungshilfe), auf dem steht: Sonne doof, Baum doof, alle anderen doof - ja, das bin ich. Allerdings ohne diese Überschrift darüber. Und es ist völlig legitim, Dinge und Leute doof zu finden. Mir geht es damit nämlich besser. Seit ich mir Silvester 2015 den Vorsatz genommen habe, nur noch Dinge zu tun, die ich tun möchte und vehementer Nein zu sagen, kam das als eine Art Begleiterscheinung. Und: ich finde es unglaublich gut, wenn andere Leute auch vieles offen doof finden.

Denn: wer offen anspricht, dass er was doof findet, ist ehrlich. Eine Eigenschaft an Menschen, die ich zutiefst schätze. Kein Mensch kann 24/7 alles geil finden. Und doch begegnen mir immer wieder Personen, die das vermitteln wollen. Die lieben die Welt, die lieben alle Menschen und mich lieben sie nach zehn Minuten auch direkt. Mir erschließt sich das nicht. (Gibt wirklich keinen Grund, alles und jeden nach Minute eins zu feiern. Und mich erst recht nicht.) Ist es die Angst, Schwäche zu zeigen, wenn man mal nicht begeistert ist? Dabei ist meiner Meinung nach Ehrlichkeit eine besondere Form der Stärke. 

Und jetzt kommt der Teil, in dem sie beschreibt wie stark sie ist, blabla.
Wie auch immer. Ich habs mir einfach angewöhnt über die letzten Jahre, mir selber nichts mehr vorzumachen. Mich hat damals schon als Kind gestört, dass es dieses ungeschriebene Gesetz gab: wenn die mich zur ihrem Geburtstag einlädt, dann scheiße, dann muss ich die ja auch einladen. Und dann muss ich aber so tun als wäre sie meine erste Wahl gewesen ... Ich sag's jetzt mal wie's ist: diese Regel ist einfach nur doof. Ich darf Leute doof finden. Und dann lad ich die auch nicht ein. Zack, fertig. Und wer jetzt sagt: "naja, das ist ja Kinderkram. So was gibt's ja heute bei uns "Erwachsenen" gar nicht mehr!" dann täuscht ihr euch. Mein Lieblingsbeispiel: Instagram. Dort folge ich nur Leuten, deren Content mich interessiert. Leute, die mich mit ihrer Art oder ihren Fotos inspirieren. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch: ich folge nicht allen, die mir folgen und auch nicht all denen, die ich persönlich kenne. WEIL ES MICH NICHT INTERESSIERT ODER ICH DICH HALT DOOF FINDE. Und das hat schon zu Diskussionen geführt. "Aber ich folge dir ja auch." / "Aber ich like doch alle deine Bilder."
Jou, kannste ja machen, aber mache ich halt nicht. 
(Wie dieser Einladungskampf auf Hochzeiten abläuft, will ich gar nicht wissen.)

Was ich noch doof finde: wenn Leute dein ganzes Social Media leer geliked haben, aber im Real Life so tun als kennen sie dich nicht / Ananas / Überfreundlichkeit und falsches "Bussi Bussi" / die DSGVO / Algorithmen / Menschen, die nach dem Naseputzen ihr Werk auspacken und fast wissenschaftlich sezieren / wenn "bitte" und "danke" vergessen wird / wenn weiße Sneaker dreckig werden / wenn sich nicht an Abmachungen gehalten wird / mich manchmal / Menschen im Allgemeinen / das unnötige #werbung - Markieren / im Flieger sitzen / dass nie der Brief für Hogwarts kam


Meine Bitte: Findet Dinge doof. Findet Leute doof. Und seid mit euch im Reinen, denn so wie euch nicht alle lieben können, müsst auch ihr nicht alle(s) lieben. Spart euch das für die Dinge und Menschen, die euch wirklich was bedeuten.*
*Belasst es aber bei einem stillen Doof finden, ihr sollt jetzt niemanden beschimpfen und ihr müsst es sie auch nicht alle wissen lassen. Hauptsache ihr wisst das für euch und wenn es an der Zeit ist, sagt einfach mal: nö.

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